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Brettspiele: Top 9 aus 2017

Bevor das neue Jahr so richtig in Fahrt kommt, noch mal einen kurzen Rückblick auf unsere beliebtesten Brettspiele aus 2017. Den Anfang machen unsere bevorzugten Einstiegsspielchen.


Aufwärmen: Take the Gold

Piratenkatzen! Offiziershunde! Kraken! Gold!

Take the Gold, ein kleines Kickstarter-Projekt der CardLords, kam bei uns recht häufig als Warmup oder zum Ausklang auf den Tisch. 2-6 Spieler versuchen sich gegenseitig Goldkarten zu stibitzen. Dabei schicken sie niedliche Katzen los, um zu stehlen, verteidigen sich mit ebenso knuffigen Hunden, oder bringen ganze Schiffe mit dem monströsen Kraken zum Kentern. Wer als erstes vier Goldkarten auf der Hand hat, gewinnt Take the Gold. Das dauert meist nicht mehr als zehn Minuten, geht flott von der Hand und macht viel Spaß.


Aufwärmen: Not Alone

Not Alone ist ein schnelles, spannendes und atmosphärisches kleines Kartenspiel. Ideal, um sich für eine monumentale Runde Eldritch Horror aufzuwärmen. Dementsprechend kam Not Alone hauptsächlich als Aufwärmer bei größeren Runden zum Einsatz, da man es mit bis zu sieben Leuten spielen kann. Nach der #Spiel17 kam die erste Erweiterung Exploration hinzu.

Meine Rezension zum Spiel findet sich hier.


9. Unfair

Hereinspaziert! Hereinspaziert! Attraktionen der Spitzenklasse erwarten Sie! Nervenkitzel pur mit der Achterbahn Blackbeard’s Revenge! Familienunterhaltung in der nostalgischen Schiffsschaukel! Köstlichkeiten beim Le Tapis Rouge. Spaß für jeden! Hereinspaziert! Hereinspaziert!

Egal ob Piraten, Roboter, Vampire, Urwald, Ninjas oder Gangster – jede Runde von Unfair wird eine neue Achterbahnfahrt. In diesem thematisch wunderbar umgesetzten Deckbuilder versucht man den idealen Vergnügungspark hochzuziehen und möglichst viele Besucher durchzuschleusen. Jede Attraktion lässt sich dabei immer weiter aufwerten und den besonderen Kick versprechen die Superattraktionen. Doch Vorsicht: Der Name ist Programm – die anderen Mitspieler verhalten sich gelegentlich unfair. Das macht ziemlich viel Spaß, noch mehr, wenn im Hintergrund die Soundtracks aus diversen Vergnügungsparks laufen.


8. Burgle Bros.

No one executes the perfect heist alone!
Eines der Spiele, die ich von der #Spiel17 unbedingt mit nach Hause nehmen wollte. Nachdem am Messedonnerstag die deutsche Fassung noch nicht geliefert worden war, sicherte ich mir die englische Version dieses kooperativen Kleinods. In bester Ocean’s 11-Marnier übernimmt jeder Mitspieler die Rolle eines der Meisterdiebe, die gemeinsam in ein mehrstöckiges Gebäude einsteigen, Tresore knacken, Beute abstauben und den aufgescheuchten Wachleuten entkommen müssen. Die Etagen werden dabei zufällig aus verschiedenen Fallen- und Hinderniskarten zusammengestellt, die es vorsichtig aufzudecken gilt , um keinen Alarm auszulösen. Irgendwo befindet sich auch der Tresor, den man mit Hilfe von aufgedeckten Feldern und Würfelglück knacken kann. Ist die Beute im Sack, heißt es schnell zum nächsten Stockwerk. Die Wächter drehen dabei ihre Runden und legen einen Schritt zu, wenn ein Alarm ertönt. Wird man drei mal erwischt, gibt es kein Entrinnen mehr. Die Mechanik macht wirklich Laune und die ganze Gestaltung ist noch einmal ein besonderer Pluspunkt für Burgle Bros. aus der Spieleschmiede von Tim Fowers.


7. Dream Catchers

Unsere Überraschung auf der Spielemesse 2017. Ein kooperatives, unglaublich niedliches Spiel (mit leicht morbidem Touch).
Als Traumfänger beschützen wir den Schlaf eines Kindes. Dabei sammeln wir Karten, um damit böse Träume zu verscheuchen, gute Träume aufblühen zu lassen und eklige Monster unter dem Bett zu vertreiben. Je weiter die Nacht voranschreitet, desto unruhiger wird der Schlaf unseres Schutzbefohlenen – unter dem Bett rumort es und die schlechten Träume versuchen sich immer wieder in den Vordergrund zu drängen. Beschützen die Traumfänger den Schlaf bis zum Morgengrauen, oder schreckt das liebe Kleine vor lauter Angst hoch? Geschicktes Tauschen und Ausspielen der Karten und genaues Überlegen, ob man lieber einen guten Traum sichert, oder einen schlechten aus dem Spiel nimmt, um größeres Übel zu vermeiden, machen Dream Catchers unter der zuckersüßen Fassade zu einem durchaus annehmbaren Taktikspiel mit etlichen Schwierigkeitsgraden.

Eine Besprechung von Dream Catchers habe ich hier festgehalten.

Im Frühjahr sollte dazu auch ein Kickstarter-Projekt initiiert werden, um das Spiel international verfügbar zu machen.


6. enDANGERed Orphans of Condyle Cove

Morbide geht es weiter. Mit meinem Kickstarter-Highlight 2017 – dem wunderbaren enDANGERed Orphans of Condyle Cove von den Certifiable Studios. Mal kein kooperatives Spiel, absolut nicht. Ein gemeines Spiel. Ein sehr gemeines Spiel. Unsere kleine, niedliche Waise versucht lange genug durchzuhalten, um heil aus dem dusteren Küstenstädtchen Condyle Cove herauszugelangen. Dort geht der Schwarze Mann um. Und es ist natürlich viel, viel besser, wenn er eines der anderen umherirrenden Waisenkinder heimsucht. Denn wer erwischt wird, der verschwindet. Und mit „verschwinden“ könnte „wird gefressen“ gemeint sein. Damit unserem Waisenkind das nicht passiert (dem wir lieber keinen Namen geben, da es vielleicht doch verschwinden könnte und wir uns daher nicht zu sehr an es gewöhnen sollten), bewegen wir es durch die verschiedenen Ortsteile von Condyle Cove und spielen geschickt Optionskarten aus, um die anderen in Richtung schwarzer Mann zu bugsieren. Denn wem die Karten ausgehen, der verschwindet. Traurige Sache.
enDANGERed Orphans of Condyle Cove ist ein Spaß für die ganze Familie… irgendwie nicht.
Zu einem ausführlichen Besuch in Condyle Cove lade ich hier ein.


5. The Lost Epedition

Gerade gestern haben wir die 2011er Adaption von Tim & Struppi und das Geheimnis der Einhorn geschaut, zu dem die #Spiel17-Neuheit The Lost Expedition aus dem Hause Osprey thematisch, aber vor allem wegen des Artworks wunderbar passt. Ein kooperatives Kartenspiel, indem man gemeinsam versucht, eine Dschungelexpedition von vier Abenteurern ans Ziel zu führen. Wie zu erwarten, lauern dabei unzählige Gefahren auf die mutigen Forscher. Man ist bemüht, die Expedition Etappe für Etappe zum Ziel zu bringen, muss dabei aber mit seinen Ressourcen aus Lebenspunkten, Nahrung und Munition sehr geschickt haushalten, während man Karten für Tag- und Nachtphasen auslegen und abhandeln muss. Da kann es sein, dass einen friedliche Wilde erwarten, aber auch mal eine aggressive Riesenschlange, Fieberanfälle, verdorbene Nahrung, Sackgassen, überhaupt alles, was bei so einem Ausflug in den Urwald schief gehen könnte.
Die einfache, aber anspruchsvolle Spielmechanik und die tolle Gestaltung haben uns letztes Jahr häufig auf Expedition gehen lassen.


4. The Pursuit of Happiness

Wir entwickeln uns langsam zu Fans der Spieleschmiede Artipia GamesFields of Green, Kitchen Rush und als später Einstieg im vergangenen Spielejahr: The Pursuit of Happiness. Nachdem ich meine dreißig Jahre alte Version vom Spiel des Lebens aus dem Keller geholt hatte, fühlt sich TPOH wie eine komplexe Modernisierung des Klassikers an. Die Jagd nach dem Glück hat hier allerdings nur bedingt etwas mit schnödem Mammon zu tun. Denn in diesem Worker Placement-Spiel muss man seine Figur von der Jugend bis ins hohe Alter über gekonnt entwickeln, um am Ende am meisten Long Term Happiness angesammelt zu haben. Diese setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen – einem erfolgreichen, aber zeitintensiven Job, Hobbies, Besitztümern und Beziehungen. Was wählt man für welchen Lebensabschnitt? Wie stark fokussiert man sich auf diese Auswahl? Wie hält man dem Alltagsstress stand, um nicht vorzeitig ins Gras zu beißen? Verrennt man sich zu sehr in seiner Karriere? Erreicht man vielleicht noch eins der optionalen Lebensziele? Man wird es nur erfahren, wenn man sich auf den Weg macht!


3. Kitchen Rush

Ein Spiel in einer Restaurantküche? Take my money! Wieder ein Kickstarter-Projekt, wieder  Artipia Games. Und dieses hier ist richtig, richtig gut. Wenn man kooperative Spiele und Zeitdruck mag. Denn für eine Spielrunde hat man nur vier Minuten in denen man seine Angestellten (in Gestalt von Sanduhren) über das Spielbrett jagd. Bestellungen im Restaurant annehmen, Zutaten im Vorratsschrank einsammeln, an den Herd zum Kochen, am Lieferanteneingang Zutaten bestellen, an der Spüle Berge von Geschirr abwaschen. Wer macht was? Wo entsteht ein Engpass? Sind genügen Zutaten und Gewürze da? Ein hektische Hin und Her, um in den letzten Sekunden vielleicht auch noch das Gericht zu servieren und die Kritiker zu erfreuen. Unterschiedliche Zielsetzung erfordern dabei unterschiedliches gemeinsames Vorgehen und sorgen für ordentlich Stimmung am Ess- bzw. Spieltisch.


2. Through the Ages

Ein spielerisches Schwergewicht hat uns im letztes Viertel des Jahres ordentlich in Beschlag genommen – Through the Ages: A New Story of Civilization. Als Fans der Computerspielreihe Civilization war eine entsprechende Brettspielvariante wohl nur eine Frage der Zeit. Wir hätten vielleicht noch etwas auf Sid Meier’s Civilization: A New Age Dawns warten können, aber TTA machte einen so guten Eindruck, dass wir ihm den Vorzug gaben. Und nach dem wir uns die Regeln Stück für Stück erarbeitet haben, sind wir durchweg begeistert von diesem Strategiebrecher. Der ist zwar komplex und an machen Stellen sicherlich auch etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber nie zu kompliziert und überzeugt durch die tolle Mechanik aus Work Placement und verschiedenen Zeitalterdecks. Verdienter Platz 2.


1. Eldritch Horror

The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown.

– H.P. Lovecraft, Supernatural Horror in Literature

Im letzten Jahr unangefochten an erster Stelle unserer Brettspielaktivitäten: Eldritch Horror. Egal ob Unter den Pyramiden, in den Bergen des Wahnsinns, zu Besuch in Carcosa oder zwischen Städten in Ruinen – wir haben es wieder und wieder auf den Tisch gebracht und uns gegen all die kosmischen Schrecken gestellt. Uns besonders gemüht gegen Shub-Niggurath, Hastur und Cthulhu. Die Charaktere so geschickt wie möglich zusammengestellt, Strategien durchdacht, die Würfel beschworen, um neben dramatischen Siegen auch etliche herbe Niederlagen einstecken zu müssen. Besonders berüchtigt war der Doppelfluch, der in zwei Partien den armen Luke Robinson erwischt hat. Jetzt muss es nur noch Shudde M’ell an die Tentakel gehen, der hat uns bis jetzt noch immer platt gemacht. Und dann heißt es Warten auf die deutsche Fassung der Mask of Nyarlathotep.


 

Published inBrett- & Kartenspiele

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