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#RPGaDAY: 7. Was war Deine Rollenspielsitzung mit den größten Auswirkungen?

Was war Deine Rollenspielsitzung mit den größten Auswirkungen?

Dabei fallen mir zwei Sitzungen ein.

Beginnen wir mit einer sehr lang dauernden Kampagne für Vampire: The Masquerade. Eine Einzelspielergeschichte, angesiedelt in Chicago. Die aufstrebende Tremere Claudia Deveraux findet sich in der Metropole ein und avanciert schnell zur einflussreichen Vertrauten des mit eiserner Hand regierenden Prinzen Lodin, der Verräter gerne mal seinen beiden Höllenhunden zum Fraß vorwirft. In einem fein gesponnen Netz aus Intrigen und Manipulation, droht schon bald das Gefüge der Windy City auseinanderzubrechen. Interne Querelen und brutale Anschläge des  Sabbat erschüttern die Carmarilla. Claudia knüpft ein vorsichtiges Band zu einer Gruppe von Anarchisten, deren Schlagkraft das Zünglein an der Waage im ewigen Konflikt zwischen den Mächten sein kann. Mit viel Geschick bahnt sie ein Bündnis zwischen Stadt und Anarchisten an. Doch als es zu einem Pakt kommen soll, wird Claudia Opfer einer abgefeimten Intrige, an deren Ende der Prinz seinen Kopf verliert und der Sabbat die Stadt ins Chaos stürzt. Das sorgfältige inszenierte Chicago mit seiner Unzahl von ausgearbeiteten Charakteren und Gefügen ist von einer auf die andere Sitzung nichtig geworden. Großes Drama für die Spielerin.

Die andere Sitzung fand in den Traumtänzern statt – meinem Rollenspiel rund um Träume und Traumreisen. Auch hier gab es ewig lange, verschachtelte Kampagnen, angefüllt mit Intrigen und Verknüpfungen bis zum Abwinken. Ganze Städte waren zu erkunden, phantastisch und fremdartig. Eine der größten war das wunderbare Ascheroth, eine Stadt aus Tausendundeine Nacht, gleich einem hitzigen Fiebertraum. Ein magischer Ort, den zwei weise Traumlehrer in der Balance hielten, während im Untergrund eine dunkle Todesfürstin auf ihre Chance wartete. Doch der Preis für den bestehenden Frieden war hoch und wurde nicht selten von anderen Träumern bezahlt. Diese Ungerechtigkeit nun stieß einem der Spieler sehr auf. Und als sich durch die Verketten unglücklicher Umstände die Dunkelheit in der Stadt auszubreiten drohte (die Spieler trugen eine gewisse Schuld daran), bot sich die Möglichkeit zur Widergutmachung. Während einer der Traumlehrer geschwächte durch die Ereignisse war, ermöglichte der Spieler einer der Seelen, die unter dem Weisen ungeheuerliche Qualen gelitten hatte, Rache zu nehmen. Was zum Tod des Traumlehrers führte und damit zum Zusammenbruch der Balance in der Stadt. Somit konnte die Todesfürstin aus ihrem Kerker schreiten und sich gleichzeitig das Chaos ausbreiten. Ascheroth, wie es einst in den fremdländischen Märchen erwähnt wurde, gab es nicht mehr.

 


Die Fragen der #RPGaDAY 2017 im Original.

Übersetzung der Fragen durch: jaegers.net

Published inRollenspiele

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