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Pop Noir: United Sounds of Joy

Klänge, gewoben aus Dunkelheit, Worten und Melancholie.

Beinahe zwei Jahrzehnte nach ihrer Zusammenarbeit beim Dream City Film Club begeben sich Michael J. Sheehy und Alex Vald erneut auf eine Odyssee. Eine Reise hinauf in die Schwärze zwischen den Sternen. Einsam, verloren und kalt. Gewärmt nur von sterbenden Erinnerungen und unerfüllbaren Sehnsüchten. Die verkommene Erde hinter einem Schleier vergessen. Der Mond zerfressen und leer. Der Ausgang der Reise bleibt ungewiss.

Langsam ist er, der Weg in die Dunkelheit. Schleichend. Wounded Moon ist ein gutes Beispiel dafür. Sheehys Stimme, verzerrte Klänge, sphärische Töne. In einer klaren Winternacht auf dem Balkon sitzen, die Augen zum Himmel richten und die Musik sich mit dem Frost und der Finsternis verwischen lassen. Dann kann man sehen, wie verletzt der fahlweiße Mond, wie fern der Sonnenaufgang ist, wenn er überhaupt noch kommt. Und sich fühlen, als wäre man selbst dort oben, allein in der Dunkelheit. Ohne Ausweg. Selbst die Sonne birgt ein dunkles Geheimnis, wie in der ersten Auskopplung The Sun That Hiddes a Darker Star, einem Stück, das klingt wie die Musik zu einem dystopischen Film. Man weiß sehr schnell, dass jeglicher Glanz hier oben falsch ist. Jegliche Hoffnung in diesem Universum überbewertet wird. Selbst die Erinnerungen an die Erde entpuppen sich bald als brüchig. Denn dort ist bereits alles kaputt. Korrupt und verschmutzt, aggressiv, bedrohlich. Der Schleier ist in Dust Veil bereits verrutscht, einer der Tracks, der besonders duster daherkommt.

United Sounds of Joy (2016)

  1. Seams of Sorrow
  2. The Sun That Hides a Darker Star
  3. Dust Veil
  4. Wounded Moon
  5. She Sets the Stars in Motion
  6. I Hear Her Call My Name
  7. Queen of the Seven Dials
  8. Free to Fall

 

United Sounds of Joy ist sicherlich zugänglicher, als es der Dream City Film Club war. Die Misstöne haben sich in die Finsternis zwischen den Sternen zurückgezogen. Die tragischen Geschichten einzelner Figuren (Pissboy, Porno Paradiso, Dirty Little Cherub) sind dem kosmischen Gefühl von Leere, Einsamkeit und Verlorensein gewichen. Zur geselligen Gesellschaftsmusik wird das Debüt damit sicherlich immer noch nicht. Es ist Musik für nachdenkliche Augenblicke, für den Blick hinauf ins Firmament.

Das Album gibt es bei Bronze Rat Records zu bestellen. Alternativ bei amazon.de.

Um immerwährende Freude zu empfinden:

Twitter: United Sounds of Joy

Facebook: United Sounds of Joy

Twitter: Alex Vald

Twitter: Michael J. Sheehy

Facebook: Michael J. Sheehy

Published inMusik

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